Archiv für Autor „Albrecht Müller“

Die Geretteten oder das Märchen von der Systemrelevanz der HRE

Der Berliner Tagesspiegel hat am 13.9.2009 unter der Überschrift „Die Geretteten“ die Listen jener Banken, Versicherungen, Fonds, internationalen Organisationen und sonstigen Einrichtungen veröffentlicht, die wir Steuerzahler vor dem Verlust ihrer Einlagen bei der Hypo Real Estate (HRE) in München gerettet haben. Insgesamt haben wir für rund 87 Milliarden € gebürgt. Vermutlich werden noch unsere Enkel für diese Großzügigkeit der Bundesregierung zahlen müssen.

Wenn man sich die Liste anschaut und ein bisschen nachdenkt, dann begreift man, dass wir bei der Entscheidung, die HRE zu retten, von der Bundesregierung hinters Licht geführt wurden. Zur Langfassung von „Die Geretteten oder das Märchen von der Systemrelevanz der HRE“

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Wie kann man Manipulationsversuche erkennen?

Wie kann man sich davor bewahren, manipuliert zu werden?
Die Methoden der Manipulation sind ausgesprochen vielfältig und seit Jahrhunderten erprobt. Deshalb ist es nicht leicht, Manipulationsversuche zu erkennen. Es ist hilfreich, wenn man Fälle von Manipulation und Meinungsmache registrieren und nachvollziehen kann, um sich selbst vor Manipulation schützen zu können. Zum Beispiel: Im ersten Golfkrieg wurde in gestellten Szenen gezeigt, wie grausam irakische Soldaten mit kuwaitischen Babys umgegangen sind. Produziert wurden diese Szenen von amerikanischen Public-Relations-Agenturen. Auf diese Weise wurde der Weltöffenlichkeit der Golfkrieg nahe gebracht. Wer diese Geschichte kannte, war in gewisser Weise immunisiert gegen die neuen Manipulationen beim zweiten Golfkrieg. Also gegen die angeblich von Geheimdiensten bestätigte Behauptung, Saddam Hussein besitze Massenvernichtungswaffen. Das erwies sich als falsch. Aber die Mehrheit zumindest der amerikanischen und britischen Öffentlichkeit hatte es geglaubt und war damit kriegsbereit gestimmt worden.

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An der Förderung der Gewaltbereitschaft sind Milliarden verdient worden

In München ist ein Mann totgeschlagen, ja ermordet worden, der Kindern helfen wollte. Offensichtlich aus Rache dafür, dass er die erpresserische Gewalt junger Erwachsener gegenüber minderjährigen Kindern nicht dulden wollte. Jetzt wird nach Motiven geforscht und es werden Vorschläge gemacht: Die öffentlichen Verkehrsmittel sollen besser mit Kameras überwacht, die Polizei soll verstärkt werden. Manche fordern, das Jugendstrafrecht zu verschärfen. Mehr Jugend- und Schulsozialarbeit und auch mehr Gewaltprävention in der Schule soll geleistet werden. Manches davon klingt sogar vernünftig. Aber die Damen und Herren sagen uns nicht, dass sie teilweise selbst an der Erleichterung und der Förderung der Gewaltbereitschaft beteiligt waren und sind! Wer seit Jahren den Rückzug des Staates fordert und ihm immer weniger Mittel und Spielraum lässt, der sollte auch eingestehen, mit diesem Sparkurs die Jugend- und Sozialarbeit sowie die Präsenz der Polizei zurückgefahren zu haben. Wer den Leistungsstress von Kindern und Jugendlichen auf die Spitze treibt, wie es gerade von konservativer Seite geschieht, der sollte bitte auch zu seiner Verantwortung stehen. Und wer in einer beispiellosen Kampagne der Vernebelung zwischen 1978 und 1984 die Kommerzialisierung des Fernsehens betrieben hat, der sollte heute nicht dazu schweigen. Der sollte endlich bereit sein, die damaligen Fehler zu korrigieren, so weit das überhaupt noch möglich ist.

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Wieder zweifeln lernen

„Job-Einbruch reißt riesige Löcher in die Sozialkassen“ meldete SpiegelOnline am 15. September 2009. Wer wissen wollte, dass nach der Bundestagswahl eine Entlassungswelle ins Haus steht, konnte das wissen. Es ist bekannt, dass die deutsche Wirtschaft die Bundesregierung im Wahlkampf schonen will und deshalb Entlassungen hinauszögert. So kommt es, dass wir Wahlkampfduelle wie am Sonntag, den 13. September erleben, bei denen diese dramatischen Entwicklungen nicht zur Sprache kommen.

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